Nächstes Rennen:

GermanGP: Tom Lüthi kämpft sich auf den 5. Platz

Der grosse Preis von Deutschland war aus Sicht von Tom Lüthi mit eines der turbulentesten Rennen der bisherigen Saison. Ein Auf und Ab über 28 Runden endete schliesslich auf dem 5. Platz.

Bei komplett anderen Bedingungen als das sommerliche Wetter tags zuvor, begann der Rennsonntag auf dem Sachsenring bei recht kühlen Temperaturen und leichtem Regen. Das hinderte allerdings die bis zu 100.000 deutschen Fans nicht daran, ab dem frühen Morgen schon die Zuschauerränge zu füllen, um für ihr Motorsport-Highlight des Jahres bereit zu sein.
Tom Lüthi hatte von Startplatz zwölf keine einfache Aufgabe im deutschen Motorrad Grand Prix. Runde für Runde kämpfte er sich auf dem engen, kurvigen Sachsenring nach vorn, immer die Spitzengruppe im Blick. Als es bei einem Überholmanöver an Xavi Vierge vorbei zu einem Zusammenstoß kam und der Spanier daraufhin stürzte, wurde dem Schweizer eine Long-Lap-Strafe aufgebrummt. Dabei büßte er eine Position und den Anschluss zu den Vordermännern ein, rettete aber dennoch einen soliden fünften Platz und damit verbundene wichtige Punkte ins Ziel. Die WM-Führung, mit der er nach Sachsen gereist war, musste Tom Lüthi wieder an Rennsieger Alex Marquez abgeben. Mit acht Punkten ist der Abstand jedoch äußerst knapp und die Saison immer noch zehn Rennen lang.

Doch bevor vom 2. bis 4. August die Jagd auf den Titel 2019 im tschechischen Brünn fortgeführt wird, geht es jetzt für den GP Zirkus erst einmal in die wohl verdiente Sommerpause

Tom Lüthi P5 im Rennen / Moto2 World Championship 2019 - P2 - 128 Punkte
«Ich hatte am Anfang mehr Speed, aber ich konnte nicht sehr schnell überholen. Ich hatte ein super Gefühl mit dem Vorderreifen, aber ich habe da hinten in der Gruppe fest gesteckt. Schade, dass ich nicht weiter vor fahren konnte. Das hat mich heute den Podiumsplatz gekostet. Ich hatte keinen super Start und steckte in der Mitte fest. Dann habe ich aber einen guten Rhythmus bekommen und konnte auf der Bremse überholen. Durch den Zwischenfall mit Vierge und der Long Lap-Strafe habe ich dann den Anschluss und meine Position verloren. Ich musste wirklich kämpfen, dass ich die Lücke wieder zufahre. Das war ziemlich schwer. Wieder in den Rhythmus zurück zu finden, hat auch etwas Zeit gekostet. Baldassarri und Fernandez haben mir dann ein bisschen Druck gemacht. Ich konnte sie aber auf Distanz halten und habe am Ende den fünften Platz ins Ziel gerettet. Das sind wichtige Punkte. Ich habe mich nach dem Rennen bei Xavi Vierge entschuldigt, auch wenn wir da beide daran beteiligt waren. Er hat mich gesehen, hat aber trotzdem außen die Bremse gelöst. Ich kann mich ja nicht in Luft auflösen und musste die Bremse ebenfalls lösen, damit ich innen bleibe. Dann wollte ich das ganze Manöver abbrechen, aber wir waren beide zu schnell. Als mir das Vorderrad beinahe eingeklappt wäre, musste ich einen weiten Bogen machen. Es war ein Rennunfall. Ich habe meine Strafe bekommen und kann es nicht ändern. Wir haben die WM-Führung vor der Sommerpause wieder an Marquez abgegeben. Er war wirklich stark. Aber wir sind dabei und die Saison ist noch lang.»

Jürgen Lingg Teammanager 
«Bei Tom war es schade, dass er im Qualifying ein paar Probleme hatte und von Platz 12 wegfahren musste. Das ist immer schwierig und bei so einer engen Strecke noch mehr. Dann gab es noch die Kollision mit Xavi Vierge und er hat die „Long-lap-penatly“ bekommen. Da waren die Spitzenplätze weg, aber ich denke es ist noch nichts verloren. Er hat wichtige Punkte mitgenommen und das ist sehr gut, denn es hätte auch anders ausgehen können. Tom ist vorn dabei. Besser hätte es für uns nicht laufen können. Wir gehen jetzt alle mit einem guten Gefühl in die Sommerpause. Es war einfach wichtig, dass wir vor so einer längeren Pause etwas Positives mitnehmen können.»

Rennen:
1. Alex MARQUEZ / SPA / KALEX
2. Brad BINDER / RSA / KTM
3. Marcel SCHROTTER / GER / KALEX
4. Fabio DI GIANNANTONIO / ITA / SPEED UP
5. Thomas LUTHI / SWI / KALEX
Komplettes Resultat des Moto2-Rennens


Weltmeisterschaft-Wertung:
1. MARQUEZ Alex / SPA / 136
2. LUTHI Thomas / SWI / 128
3. FERNANDEZ Augusto / SPA / 102
4. BALDASSARRI Lorenzo / ITA / 97
5. NAVARRO Jorge / SPA / 97
6. SCHROTTER Marcel / GER / 97
7. MARINI Luca / ITA / 90
8. BINDER Brad / RSA / 84
9. BASTIANINI Enea / ITA / 58
10. NAGASHIMA Tetsuta / JPN / 45